In der griechischen Mythologie herrschte Plutos über die unterirdischen Reichtümer, während auf römischer Seite Abundantia mit ihrem Füllhorn den Überfluss symbolisierte. Beide verkörperten die Ambivalenz des Geldes: Macht und Verantwortung, Fülle und die Frage nach dem rechten Maß. Hans Haumer, geboren 1940 in Wien, scheint diese mythologische Spannung verstanden zu haben – nicht als Götter-Anbeter, sondern als jemand, der erkannte, dass Finanzwesen immer mehr ist als bloße Zahlen. Tiefe Fachkompetenz hat er während seiner Karriere und darüber hinaus als Autor mit intellektueller Vielseitigkeit und kulturellem Engagement gepaart – vor allem in der Musik als Pianist – und so der Branche bewiesen, dass sich Spezialisierung und ganzheitliches Denken nicht ausschließen.
Finanzexperte, Schriftsteller, Künstler
Seine Karriere begann Hans Haumer beim Internationalen Währungsfonds, später wurde er Generaldirektor der Ersten Österreichischen Spar-Casse und anschließend der Girozentrale (heute Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG). Einer persönlichen Einladung S. D. Hans-Adam II., Fürst und Staatsoberhaupt Liechtensteins, folgend, war Hans Haumer Mitglied des Verwaltungsrats der Bank in Liechtenstein BiL (heute LGT Group) und fungierte als wichtige Drehscheibe zwischen Liechtenstein und Österreich.
Parallel zu seiner Bankkarriere entwickelte sich Hans Haumer als Autor weiter. In seinen Büchern – darunter „Emotionales Kapital”, „Vertrauen” und „Jenes hügelige Sein” – erforscht er Themen weit über die klassische Betriebswirtschaft hinaus: Vertrauen, emotionale Intelligenz und philosophische Fragen des menschlichen Daseins, gepaart mit biographischen Einblicken in sein Leben. Sein aktives Engagement für Musik, als aktiver Pianist und passiver Genießer, sah und sieht er nicht als Hobby eines erfolgreichen Geschäftsmannes, sondern als wesentliche Lebenskomponente.
Sein Humanismus – die tiefe Überzeugung von der Würde und dem Wert jedes Menschen – durchzieht all seine Aktivitäten. Ob als Bankmanager oder Autor: Hans Haumer fragt, wie wirtschaftliches Handeln dem Menschen dienen kann, statt ihn zum bloßen Mittel zu degradieren.
EMCP VERTEX-TV durfte Hans Haumer am Attersee besuchen, wo er unter anderem auch erzählte, welche Erlebnisse ihn zu einem überzeugten Europäer werden ließen. Sehen Sie hier einen kurzen Ausschnitt; das gesamte Gespräch folgt in Bälde.
Ein holistisches Verständnis bedeutet, die Vernetzungen aller Dinge zu sehen: Wirtschaft, Psychologie und Ethik sind nicht voneinander getrennt. Der Mensch ist ein komplexes Individuum, das Vernunft, Kreativität und Sinn braucht. Dem folgend verweigert sich Hans Haumer der künstlichen Aufteilung in spezialisierte Bereiche, sondern lebt eine Kombination von Fachkompetenz und kultureller Bildung, rationalem Denken und künstlerischer Sensibilität, wirtschaftlichem Erfolg und humanistischer Verantwortung vor. Geprägt wurde dieses Weltbild nicht zuletzt durch seine Zeit an der Liechtenstein Academy, eine vor über 25 Jahren vom Fürstenhaus Liechtenstein gegründete Bildungseinrichtung für Persönlichkeits- und Führungskräfteentwicklung, in der Holismus weit über „Schubladendenken” steht.
Ganzheitliches Denken ist auch ein zentrales Anliegen von EMCP. Eine greifbare Erklärung liefert EMCP-Anchorman for Science, Technology & Innovation DI Dr. Norbert Frischauf:
Erfahrung, Wissen, Können – drei Schlagworte, die EMCP wie Puzzleteile zu einem immer größer werdenden Bild zusammensetzt. Je mehr Menschen ihre Geschichten erzählen, desto mehr kann an Folgegenerationen weitergeben werden.
EMCP VERTEX-TV dankt Hans Haumer für das Gespräch und das Teilen seiner Geschichte!
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