Aufstellung der österreichischen Satelliten

Von DI Dr. Norbert Frischauf

1. und 2. Satellit: UniBRITE-1 und TUGSAT-1, 2013

UniBRITE-1 und TUGSAT-1 waren die ersten beiden österreichischen Satelliten, die in den Orbit geschickt wurden. Sie waren Teil der BRIght Target Explorer-Konstellation. Die von der Universität Wien betriebene UniBRITE-1 wird ebenso wie die, von der Technischen Universität Graz betriebene TUGSAT-1 in der optischen Astronomie eingesetzt.

Beide Satelliten führen gemeinsam mit vier weiteren Satelliten photometrische Beobachtungen von Sternen mit einer scheinbaren Helligkeit von mehr als 4,0 mag1 von der Erde aus gesehen durch. UniBrite-1 beobachtet die Sterne in den roten, TUGSAT-1 die Sterne in den blauen Farbbereichen.

Beide Satelliten sind Teil der BRITE-Konstellation2, die „die stellare Struktur und Entwicklung der hellsten Sterne am Himmel und ihre Interaktion mit der lokalen Umgebung untersucht”.

Diese ersten beiden österr. Satelliten (wobei TUGSAT in Wirklichkeit etwas “österreichischer” ist, da er vollständig in Österreich gebaut wurde) wurden am 25. Februar 2013 an Bord einer indischen PSLV-CA-Trägerrakete von der ersten Startrampe des Satish Dhawan Space Center ins All gebracht. Projektleiter von TUGSAT war Prof. Otto Koudelka, der damit mit Fug und Recht als der “Vater” des 1. österreichischen Satelliten tituliert werden kann.

Otto Koudelka und Norbert Frischauf haben damals den Start der Satelliten live kommentiert. Mehr dazu finden Sie unter diesem Link (→).

3. Satellit: PEGASUS, 2017

Der Erdbeobachtungssatellit PEGASUS ist Teil des Satellitenprojekts QB503 und wurde 2017 von Indien aus in die Umlaufbahn gebracht. Eines der Hauptziele des Projekts QB50 war es, Studierenden auf der ganzen Welt die Möglichkeit zu geben, einen Satelliten zu entwickeln und zu betreiben.

4. Satellit: OPS-SAT, 2019

Der CubeSat OPS-SAT wurde am 18. Dezember 2019 vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana an Bord einer Sojus VS23-Trägerrakete ins All geschossen. OPS-SAT ist das einzige fliegende Labor der Welt. „OPS-SAT ist das einzige für die öffentliche Nutzung verfügbare Raumfahrzeug der Welt. Er wird uns vor Augen führen, wozu Satelliten in der Lage sind, wenn sie mit hochmoderner Technologie bestückt sind, kontinuierliche Verbesserungen in der Missionskontrolle sichtbar machen und zeigen, was Raumfahrttechnologie leisten kann.4 OPS-SAT wurde von der Technischen Universität Graz entwickelt. Projektleiter war wieder Prof. Otto Koudelka.

Den Start haben wieder Otto Koudelka und Norbert Frischauf moderiert. Mehr dazu hier (→).

5. Satellit: PRETTY

Der PRETTY (Passive REflectometry and DosimetrY) Satellit5 ist ein 3U CubeSat und wurde im Oktober 2023 gestartet. Er fliegt für zwei wissenschaftliche Experimente: Die erste Nutzlast ist ein passives Reflektometer-System zur genauen Vermessung der Erdoberfläche, entwickelt von Beyond Gravity (Konzept und Softwaresystem) und dem Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation der TU Graz (Hardware). Der Kleinsatellit vermisst damit das Ausmaß von Eis- und Meereshöhen sowie die Meeresströmungen der Ozeane.

Die zweite Nutzlast ist ein Strahlungsdetektor für Einblicke und Erkenntnisse zu Sonnenaktivität und Weltraumwetter von der Seibersdorf Labor GmbH. Die TU Graz steuert zudem die Satellitenplattform bei, führte die Fertigungs-, Montage-, Integrations- und Testaktivitäten durch und ist mit der Bodenstation am Campus Inffeldgasse für den Betrieb des Satelliten verantwortlich.

PRETTY ist der insgesamt fünfte österreichische Satellit im All. Die urspünglich auf 1 Jahr geplante Mission wurde bis Ende 2026 verlängert und dient jetzt auch als Testplattform für neue Technologien, Software und Experimente im Orbit (Teil es OPS-SAT-Programms).6


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