Wie das Singen eine richtige Atmung fördert, zu Gesundheit und Wohlbefinden beiträgt
Wir halten es für das Selbstverständlichste der Welt: Einatmen, ausatmen – die Zeit dazwischen ist die kürzeste Zeitspanne, die ein Mensch bewusst wahrnehmen kann. In einer Zeit, in der Allergien zunehmen und die Luft spürbar „dicker“ wird, merken wir erst, wie kostbar jeder Atemzug sein kann.
Wer singt, merkt schnell: Die Lunge ist nicht nur ein Organ, sie ist Motor. In einer Gesellschaft, die oft „atemlos“ dem nächsten Termin hinterherjagt, haben wir verlernt, wirklich tief in uns hinein zu atmen. Singen zwingt uns (im besten Sinne) dazu, innezuhalten und in uns hineinzuhören, wie sehr Atmung und damit die eigene Lungenfunktion unser Leben beeinflusst.
Dabei geht es um viel mehr als den perfekten Ton. Das bestätigen auch Lungenfachärzte mit folgenden Erkenntnissen:
- Raum schaffen: Stimmbildung öffnet die inneren Räume und schult das Körpergefühl.
- Verbesserung der Atemtechnik: Singen fördert die Bauchatmung, hilft, oberflächliche Brustatmung zu vermeiden und trainiert das Zwerchfell.1
- Regeneration: Bewusstes Atmen ist der direkteste Weg, um Stress abzubauen.
- Lebensqualität: Singen steigert bei COPD und anderen Lungenerkrankungen Fitness und Allgemeinbefinden.2
- Prävention: Wer früh lernt, seinen Atemraum zu nutzen, tut aktiv etwas für seine Gesundheit.
Aus diesem Grund wurde z.B. 2023 in Saarbrücken der Chor „Lungenklänge“ von Lungenfachärzten gegründet3. Auch im Bachchor Salzburg und seiner Chorakademie „CHAKA!“ ist man sich dieser Zusammenhänge bewusst.
Schon beim gemeinsamen Warm-up, der gemeinsamen Einstimmung auf Proben oder ein Konzert, ist es der Atem, auf den der zentrale Fokus gerichtet wird. Ohne ihn sind wir stimmlos, ist er nicht koordiniert, entsteht statt musikalischer Freude Chaos. Nicht nur die Töne müssen im Chor zusammenstimmen, auch der Atem muss synchron sein. Wenn dann ein ganzes Ensemble gemeinsam seinen „Motor“ anwirft, wird aus dem gemeinsamen Atem Musik.
Gregor Faistauer, Geschäftsführer Bachchor Salzburg und CHAKA! (Chorakademie Salzburg)
In den Medien wird „richtiges Atmen“ kontinuierlich thematisiert, Coaches und Lebensratgeber überflügeln sich gegenseitig darin, uns das Atmen wieder beizubringen. Das Singen im Chor setzt dem eine bodenständige wie fundierte Ausbildung und Pflege entgegen. Es geht hier nicht unbedingt um komplizierte Theorien, sondern um die Tatsache, dass freudvolle musikalische Betätigung auch gesundheitliche Vorsorge generiert.
Singen gehört zur „Schule des Lebens“. Wer lernt, seine Stimme und seinen Atem zu beherrschen, findet zum richtigen Klang, zu innerem Gleichgewicht und Glück.
Fußnoten
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