Woran erkennt man echte Bilder?

Horst Pfaffelmayer, Spezialist im Bereich der forensischen Audio-Datenanalyse und der technischen Ton-Nachbearbeitung und Ambassador des European Media & Content Pool EMCP, hat hier schon über die Probleme der Fälschung und Manipulation von Audio-Dokumenten und -Daten gesprochen (Beitrag Audioforensik: Wenn Töne zu Beweisen werden). Genauso bedeutend ist die Frage, wie man – als Laie wie als Fachmann – die Echtheit von Bildern überprüfen kann.

Weil Bilder besonders glaubwürdig wirken, werden sie gerne manipuliert oder in falschen Zusammenhängen verbreitet. Manipulation findet in sozialen Medien, in Nachrichten oder auch im privaten Umfeld statt. Die Frage lautet: Woran lässt sich erkennen, ob ein Bild echt ist?

Ein erster Schritt ist die einfache Überprüfung im Alltag. Mit einer sog. „Rückwärtssuche“ lässt sich herausfinden, ob ein Bild schon einmal im Internet aufgetaucht ist. Dienste wie Google oder TinEye können dafür genutzt werden. Auch ein Blick auf die Informationen, die manchmal im Hintergrund des Bildes abgespeichert sind (z. B. Aufnahmedatum oder Ortsangabe), kann erste Hinweise geben. Weitere Warnzeichen sind Auffälligkeiten im Bild selbst, etwa unnatürliche Schatten, verzerrte Proportionen oder merkwürdig unscharfe Stellen. Und es lohnt sich, den Zusammenhang zu prüfen: Passt das Bild wirklich zur angegebenen Quelle? Stimmen Ort, Wetter oder Kleidung zu dem, was behauptet wird?

Echte Bilder
Ein KI-generiertes Bild eines Delphins

Echtes Foto oder KI-generiertes Bild?
Die Unterschiede sind teilweise auf den ersten Blick nicht zu erkennen (es handelt sich um ein KI-generiertes Bild)

Wer genauer prüfen möchte, kann zusätzliche Hilfsmittel nutzen. Es gibt spezielle Browser-Erweiterungen, mit denen man Bilder und Videos analysieren kann (z. B. InVID/WeVerify). Ein Abgleich mit Kartenmaterial oder Satellitenbildern hilft, Orte und Situationen besser einzuordnen. Zudem gibt es Fact-Checking-Teams und Online-Communities, die sich auf die Überprüfung von Fotos spezialisiert haben und ihre Ergebnisse öffentlich teilen.

Manchmal sind einfache Prüfungen jedoch nicht genug. Es gibt aufwendige Methoden, mit denen Fachleute in Forensiklaboren oder bei Ermittlungsbehörden arbeiten. Diese können Bildstrukturen, Lichtverhältnisse oder typische Fehler bei KI-generierten Fotos untersuchen. Für den Alltag ist das weniger relevant, zeigt aber, dass es inzwischen professionelle Wege gibt, Manipulationen zuverlässig aufzudecken.

Am wichtigsten sind eine gesunde Skepsis und eine kritische Beobachtungsgabe. Viele spektakuläre Bilder, die plötzlich in sozialen Netzwerken auftauchen, stammen in Wahrheit aus älteren Archiven, wurden bearbeitet oder sind komplett von einer KI generiert. Nur eine Kombination verschiedener Methoden liefert die zuverlässigsten Ergebnisse.

Das Ziel ist es, Fälschungen zu erkennen und Bilder im richtigen Kontext zu verstehen. Ein kritischer Blick und ein bisschen Misstrauen schützen uns davor, vorschnell auf manipulative Inhalte hereinzufallen.

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