Die europäische Tradition der Teleskopherstellung
Europa blickt auf eine jahrhundertealte Tradition in der Teleskopherstellung zurück. Bereits im frühen 17. Jahrhundert patentierte der Brillenmacher Hans Lipperhey sein berühmtes Teleskop, und Galileo Galilei erwarb zeitgenössische Linsenschleifkenntnisse, um die Bildqualität seiner Teleskope zu verbessern. Diese historischen Wurzeln haben sich bis heute zu einer hochmodernen Industrie entwickelt, welche die Weltspitze in der Präzisionsoptik darstellt.
Die moderne europäische Teleskopindustrie zeichnet sich durch innovative Technologien und höchste Qualitätsstandards aus. Das Extremely Large Telescope (ELT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) mit seinem 39-Meter-Hauptspiegel aus 798 sechseckigen Spiegelelementen wird das weltweit größte optische Teleskop werden. Solche Großprojekte demonstrieren die technologische Führungsrolle Europas in der astronomischen Instrumentierung.
Österreichs Spitzenposition in der Präzisionsoptik – ASA Astrosysteme
Österreich hat sich als bedeutender Standort für hochwertige Optikherstellung etabliert. Die Grundlage der österreichischen Optikindustrie wurde 1898 von Karl Robert Kahles gelegt. 1999 wurde von Egon Döberl die ASA Astrosysteme GmbH in Oberösterreich gegründet und verkörpert die österreichische Tradition der Präzisionsoptik in perfekter Weise. ASA Astrosysteme GmbH deckt alle Bereiche in Design und Herstellung astronomischer Instrumente ab und garantiert maßgeschneiderte Lösungen mit höchster Qualität. Darüber hinaus fertigt ASA Astrosysteme GmbH als einziger Hersteller weltweit alle Komponenten – von der Hardware über Elektronik bis zur Spiegeloptik – komplett in Österreich, also durch und durch Made in Austria. Sie liefert beispielsweise die Montierungen und Teleskope für ExTrA, ein planetenjagender Array, der am La Silla Observatory der ESO betrieben wird.
Das Unternehmen fertigt nicht nur komplette Teleskopsysteme, sondern auch hochpräzise Spiegel und optische Komponenten. Die Produktpalette umfasst alles von kompakten Refraktoren bis hin zu großen Spiegelteleskopen für professionelle Anwendungen. Jeder Spiegel wird mit modernster Messtechnik überprüft und erreicht nach höchsten Qualitätsstandards Oberflächengenauigkeiten, die für astronomische Anwendungen erforderlich sind. Die Verwendung spezieller Beschichtungen und Materialien gewährleistet optimale Reflexion und Langlebigkeit.
Österreichs größtes ASA-Gerät
Die VEGA-Sternwarte Salzburg unter der Leitung von Helmut Windhager ist stolze Besitzerin des österreichweit größten Teleskops der ASA-Serie. In der größeren Kuppel der Warte steht ein Ritchey-Chrétien-Cassegrain-Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 1 m und einer Brennweite von 7 m. Dieses leistungsstarke Instrument wird hauptsächlich für Deep-Sky-Astrofotografie und visuelle Beobachtungen genutzt. Das zweite Teleskop ist ebenfalls ein RC-System; es besitzt eine Öffnung von 60 cm und eine Brennweite von 4 m. Es kommt vorrangig in der wissenschaftlichen Forschung zum Einsatz, etwa bei spektroskopischen Untersuchungen und bei der Beobachtung von Objekten im Sonnensystem.
EMCP VERTEX-TV und Helmut Windhager konnten mit Egon Döberl sprechen:
Die steigende Nachfrage nach hochwertigen astronomischen Instrumenten, sowohl für professionelle Forschung als auch für die wachsende Gemeinde der Amateurastronomen, bietet große Wachstumschancen. Die Erfolgsgeschichte von ASA ist ein Beispiel dafür, wie spezialisierte Unternehmen aus kleineren Ländern durch Innovation und Qualität im internationalen Vergleich herausstechen können.
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